• 13.05.2019 │ AUS DER LOUNGE

    „Upgrade zu Starbucks“

    Innenausbau mit Unterschied

    Clara: „Es inspiriert mich, von anderen Arbeitenden umgeben zu sein.“ Wie hier in Hongkong 2018.

    Foto: Privat

    Clara, Mitte 20, hat in Rotterdam und Mailand sowohl Betriebs- als auch Volkswirtschaftslehre studiert. Danach war sie unter anderem in Argentinien und hat Sprachunterricht per Skype gegeben. Im Mai 2018 kam sie nach Berlin, und ihr erstes festes Büro in der Hauptstadt ist eines, bei dem APOprojekt am Innenausbau beteiligt war.

    Rotterdam, Mailand, Argentinien – wie viele Sprachen hast du denn im Portfolio?

    Drei Sprachen fließend und drei weitere in verschiedenen Lernstadien. Hauptsächlich arbeite ich aber mit zwei Sprachen: Ich bin Deutsch- und Englischlehrerin beziehungsweise Übersetzerin und Sprachcoach. Früher habe ich das als Freelancer Vollzeit gemacht. Seit ich in Berlin bin, ist es natürlich weniger.

    Warum weniger?

    Ich habe in Berlin eine Vollzeitarbeit angenommen, die inhaltlich mehr mit meinem Studium zu tun hat. Das ist auch die Stelle, die mir mein festes Büro gebracht hat. Ich sitze gemeinsam mit den Kollegen am Potsdamer Platz. Trotz des neuen Jobs wollte ich aber mein langjähriges Interesse an Sprachen nicht aufgeben und es ist auch ein schöner intellektueller Ausgleich, der mich anders fordert als mein Job. Ich habe mit Freude festgestellt, dass ich immer noch viele Zeit- und Energieressourcen habe. Außerdem sind es ja heute weniger Schüler als früher.

    Und die Schüler betreust du im Home-Office?

    Nein. Also nicht nur. Ich komme für meine Schüler auch mal früher ins Gebäude und bleibe länger. Ich nutze dann aber explizit nicht die Schreibtische, an denen die Kollegen und ich sonst sitzen, sondern die Gemeinschaftsflächen, Konfis oder Telefonzellen, die an den Concierge am Eingang angedockt sind und jedem offenstehen, der im Haus arbeitet. Es gibt auch inhaltlich ohnehin keine Überschneidungen zu dem Feld meines Arbeitgebers, und ich arbeite als Freelancer ja ausschließlich online. So verursache ich keinen zusätzlichen Publikumsverkehr hier. Früher habe ich bei Starbucks, in Hostelküchen und Museumscafés unterrichtet und gearbeitet. Ich mag meine Wohnung, aber ich arbeite einfach nicht gerne von Zuhause aus. Jedes Café und auch jedes Büro hat sein eigenes Ambiente, seinen eigenen Vibe. Und ich muss sagen: Die Räume sind schon ein ziemliches Upgrade zu Starbucks.

    Inwiefern ein Upgrade?

    Es inspiriert mich, von anderen Arbeitenden umgeben zu sein. Das war bei Starbucks natürlich auch schon so. Aber gleichzeitig brauche ich auch ein ruhiges Umfeld. Und ich bin auch gar nicht so gerne sichtbar bei der Arbeit. Ich bin eher der introvertierte Typ. Jetzt kann ich mich in eine Telefonzelle zurückziehen, die ich vorhin genannt habe, oder eben einen leeren Konferenzraum. Ich breite mich gerne auf einem Tisch aus, bin dabei nicht sichtbar und trotzdem in einem Arbeitsumfeld.

    „Ich mag meine Wohnung, aber ich arbeite einfach nicht gerne von zuhause aus.“

    Foto: Privat

    Und was gab es für Schwachpunkte?

    Die Klimaanlage zum Beispiel. Sie war zwar vorhanden, schien mir aber nicht stark genug gegen den heißen Sommer. Insgesamt gab es aber wenig zu meckern. Da ist eine Hollywoodschaukel mit Blick auf den Tiergarten. Ich weiß nicht, ob das auch zum Innenausbau gehört, aber das sind Faktoren, die einen Unterschied machen. Sowas lässt eine Fläche auf eine Art bewohnt wirken und man fühlt sich irgendwie besser.

    Dein Fazit in einem Satz?

    Je nach Tätigkeit brauchst du eine dynamischere oder eine sterilere und entspanntere Architektur, das sollte sich beides in einem Büro finden – und beides darf auch wieder nicht übertrieben werden, denn man soll ja von der Fläche weder abgelenkt noch müde werden, oder?