• 27.02.2020 │ AUS DER LOUNGE

    Sabbatical bei APOprojekt – ein Erfahrungsbericht von Constantin Dumat

    Der Begriff Sabbatical spukt seit einigen Jahren durch die Arbeitswelt. Und wird von vielen Unternehmen und Mitarbeitern genauso behandelt: wie ein Gespenst. Viele Unternehmen sehen eine Auszeit als Zeichen für den geplanten Absprung des jeweiligen Mitarbeiters. Die meisten Angestellten trauen sich nicht, das Thema bei ihrem Arbeitgeber anzusprechen. Und natürlich leiden das Team und der Arbeitgeber, wenn ein kluger Kopf eine längere Auszeit nimmt. Trotzdem unterstützen wir bei APOprojekt ein Sabbatical – und zwar aus vier guten Gründen.

    Auf und davon: Constantin Dumat wagte das große Abenteuer und reiste mit seiner Familie durch Asien

    Mein persönlicher Akku war damals im hellroten Bereich und es entstand der Wunsch etwas zu ändern. Vielleicht ein neuer Job? Auf der anderen Seite sah ich absolut keinen Grund dafür, APO zu verlassen: Mir gefiel meine damalige Arbeit (und natürlich gefällt sie mir heute noch immer!). Wieso also wechseln? So entstand die Idee eines Sabbaticals. Allein die Vorstellung der bevorstehenden Auszeit gab mir eine Menge Energie zurück. Zudem gefiel mir der Gedanke, sich während des Sabbaticals keine Gedanken an die Zeit danach machen zu müssen, da ich in gewohnte berufliche Strukturen zurückkehren konnte.

    Zu diesem Zeitpunkt gab es die Möglichkeit eines Sabbaticals bei APO noch nicht. Einmal mehr hieß es also, selbst die Initiative zu ergreifen: Die Idee entwickeln, das Administrative ausarbeiten und zu verhandeln … Wobei Letzteres praktisch kaum stattfand, da ich mit der Idee offene Türen einrannte.

    Die Gewissheit, nach der Auszeit in gewohnte berufliche Strukturen zurückkehren zu können, sorgte für Entspannung während des Sabbaticals – und half, den Akku für die folgenden beruflichen Herausforderungen wieder zu laden

    Die Befürchtung, dass eine Auszeit über einen so langen Zeitraum bei den Kollegen nicht nur auf positive Resonanz stoßen könnte, hat sich glücklicherweise als falsch erwiesen. Sicher hinterlässt man gerade in der Projektleitung, in der ich seinerzeit tätig war, teils auch offene Baustellen. Allerdings sind diese meiner Meinung nach mit genügend Vorlauf sogar kleiner zu halten als bei einem routinemäßigen 14-tägigen Urlaub, da mit dem Wissen der Auszeit und der damit verbundenen Nicht-Erreichbarkeit ein wesentlich stärkerer Fokus auf eine saubere und vollständige Übergabe gerichtet wird. Somit stand dem freien Kopf in unserer Familienzeit nichts mehr im Wege und viele gute Wünsche von Kollegen und Freunden begleiteten uns bei unserer Abreise.

    Unsere „114 Tage Asien“ waren ein Traum, über den wir mit unseren Kindern auch heute noch sehr oft sprechen. Vier intensive Monate voller gemeinsamer Erlebnisse und Abenteuer haben uns als Familie geprägt und uns enger zusammenrücken lassen. Ich hoffe inständig, dass sich die Kinder insbesondere in der Pubertät noch an diese großartige Zeit erinnern werden!

    Das Sabbatical hat mich aber nicht nur enger mit meiner Familie zusammenwachsen lassen, sondern auch mit APO. Dass mein Arbeitgeber mir die Möglichkeit des Sabbaticals als eine Art Gegenleistung für das geleistete Engagement zurückgibt, gab mir das Gefühl, das richtige Unternehmen gefunden zu haben. Natürlich bringt eine enge Bindung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber für beide Seiten Vorteile durch ein Mehr an Sicherheit und Vertrauen. So sehe ich das Sabbatical als eines von vielen Teilen, aus denen sich der Geist von APOprojekt zusammensetzt.

    Die nächsten neun Jahre sind wir durch die Schule unserer Kinder gebunden und eine weitere Auszeit ist nicht geplant. Auf der anderen Seite ist da aber noch immer die Idee des Buchs, welches ich im Sabbatical vor sieben Jahren schreiben wollte, oder die gemeinsame Reise in einem solarbetriebenen Golfwagen um die Welt oder das Zweitstudium der Önologie … Mir würde schon noch etwas einfallen. 😉

    Constantin Dumat ist seit 2010 bei APOprojekt und seit 2017 Niederlassungsleiter in Stuttgart.